Wer in Bremen oder im Umland bauen möchte, stellt sich am Anfang fast immer dieselbe Frage: Was kostet ein Hausbau eigentlich? Ehrliche Antwort vorab: Die tatsächlichen Kosten für einen Hausbau in Bremen liegen 2026 deutlich über dem, was die meisten Bauträger in ihren Prospekten versprechen.

Realistisch sind 400.000 bis 650.000 Euro Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern. Die reinen Baukosten machen davon nur etwa die Hälfte aus. Der Rest verteilt sich auf Grundstück, Erschließung, Baunebenkosten, Außenanlagen und Finanzierung.

In diesem Beitrag gehen wir alle Kostenpunkte einzeln durch. Sie erfahren außerdem, welche drei Bremer Besonderheiten fast immer vergessen werden. Und am Ende rechnen wir an einem Beispiel durch, wie sich das Budget zusammensetzt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Realistische Gesamtkosten 2026: 400.000 bis 650.000 Euro für ein Einfamilienhaus
  • Reine Baukosten machen nur etwa die Hälfte des Gesamtbudgets aus
  • Grunderwerbsteuer Bremen: seit 1. Juli 2025 bei 5,5 Prozent (zuvor 5,0 Prozent)
  • Solarpflicht für Neubauten: seit 1. Juli 2025 verbindlich
  • Reserve von 10 bis 15 Prozent des Gesamtbudgets fest einplanen
  • Förderungen über KfW lassen sich kombinieren, Programme der Bremer Aufbau-Bank prüfen
  • Drei Bremer Besonderheiten zu beachten: Bodenverhältnisse, Stellplatzregelung und Solarpflicht

Inhaltsverzeichnis

  1. Was kostet ein Hausbau in Bremen?
  2. Reine Baukosten und Gesamtkosten richtig auseinanderhalten
  3. Quadratmeterpreise: Massiv, Fertig oder Architektenhaus?
  4. Grundstückspreise in Bremen und im Umland
  5. Wenn der Bremer Untergrund zur Kostenfalle wird
  6. Kaufnebenkosten beim Grundstück
  7. Baunebenkosten und die versteckten Posten
  8. Stellplatzregelung in Bremen
  9. Solarpflicht für Neubauten in Bremen
  10. Bereitstellungszinsen bei der Baufinanzierung
  11. Welche Förderungen gibt es für Bauherren in Bremen?
  12. Beispielrechnung für eine Bremer Familie
  13. Häufige Fragen zum Hausbau in Bremen

Was kostet ein Hausbau in Bremen?

Ein Hausbau in Bremen kostet 2026 zwischen 400.000 und 650.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche. Die reinen Baukosten machen davon oft nur 55 bis 65 Prozent aus. Hinzu kommen Grundstück, Baunebenkosten, Außenanlagen, Erschließung, Reserve und die Kosten der Finanzierung.

Die größten Kostenhebel sind die Lage des Grundstücks, der Ausstattungsstandard und der gewünschte Energiestandard.

Reine Baukosten und Gesamtkosten richtig auseinanderhalten

Reine Baukosten sind das, was an die Baufirma und die Handwerker fließt: Rohbau, Dach, Fenster, Innenausbau. Genau diese Zahl steht meist in der Werbung der Bauträger und sorgt für den ersten optimistischen Eindruck.

Die Gesamtkosten umfassen dagegen alles, was nötig ist, damit Sie am Ende wirklich einziehen können. Dazu gehören das Grundstück, die Kaufnebenkosten, die Erschließung, die Außenanlagen und die Kosten der Finanzierung. Wer nur die Hauspreise aus der Bauträger-Werbung vergleicht, übersieht im Schnitt ein Drittel bis zur Hälfte des tatsächlichen Bedarfs.

Eine grobe Orientierung für 2026:

HausgrößeReine BaukostenGesamtkosten inkl. Grundstück
Einfamilienhaus 120 m², ohne Keller280.000 bis 340.000 €420.000 bis 520.000 €
Einfamilienhaus 150 m², mit Keller360.000 bis 440.000 €510.000 bis 620.000 €
Einfamilienhaus 180 m², gehobene Ausstattungab 460.000 €ab 650.000 €

Quadratmeterpreise: Massiv, Fertig oder Architektenhaus?

Die reinen Baukosten pro Quadratmeter liegen 2026 grob zwischen 2.300 und 3.000 Euro, je nach Bauweise. Das Fertighaus ist im Schnitt am günstigsten, das Massivhaus liegt im Mittelfeld und das Architektenhaus startet oberhalb von 3.000 Euro plus Honorar.

Infografik: Das kostet der Quadratmeter beim Hausbau in Bremen ungefähr. Fertighaus, Massivhaus und Architektenhaus nach Quadratmeterpreisen aufgeschlüsselt.

Diese Spannen gelten für mittlere Ausstattung. Bei höherem Standard oder besonderen Wünschen wird es schnell deutlich teurer, unabhängig von der Bauweise.

Was hinter diesen Preisunterschieden steckt, hat in Bremen und Umgebung drei typische Antworten:

Massivhaus

Stein auf Stein gebaut, langlebig und individuell anpassbar. Die Kosten liegen meist im oberen Mittelfeld. Dafür sprechen der hohe Wiederverkaufswert und die geringen Wartungskosten.

Fertighaus

Wand- und Deckenelemente werden in der Werkshalle vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch montiert. Das verkürzt die Bauzeit deutlich und ist oft etwas günstiger als ein Massivhaus. Sobald Sie aber von den Standardgrundrissen abweichen, steigt der Preis schnell.

Architektenhaus

Maximale Individualität, aber auch der teuerste Weg. Zu den Baukosten kommt das Architektenhonorar dazu, das sich an der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) orientiert und typischerweise 10 bis 15 Prozent der reinen Baukosten ausmacht. Seit 2021 sind die HOAI-Sätze nicht mehr bindend und damit frei verhandelbar.

Achtung bei der Ausstattung: Genau hier laufen Budgets gerne aus dem Ruder. Eine gut ausgestattete Küche liegt schnell bei 25.000 bis 40.000 Euro, hochwertige Bäder schlagen mit 15.000 bis 25.000 Euro pro Stück zu Buche. Diese Posten sind in vielen Festpreisangeboten der Bauträger nicht enthalten. Lesen Sie das Kleingedruckte deshalb sehr genau, bevor Sie unterschreiben.

Grundstückspreise in Bremen und im Umland

Der Grundstückspreis ist der größte Hebel im Gesamtbudget. In Bremen unterscheiden sich die Preise je nach Stadtteil deutlich.

LageStadtteilePreisspanne pro m²
SpitzenlagenSchwachhausen, Borgfeld, Oberneuland500 bis 800+ €
MittelfeldFindorff, Walle, Östliche Vorstadt, Hastedt350 bis 500 €
Günstigere StadtteileBremen-Nord, Gröpelingen, Huchting, Tenever200 bis 350 €

Die genauen Bodenrichtwerte für jede Bremer Adresse können Sie kostenfrei beim Gutachterausschuss Bremen abrufen. Die Daten werden über das gemeinsame Onlinesystem mit Niedersachsen (BORIS.NI) bereitgestellt und sind ohne Registrierung nutzbar. Diese amtlichen Werte sind eine deutlich verlässlichere Grundlage als die häufig höheren Angebotspreise auf Immobilienportalen.

Wenn Bremen für Ihr Budget zu teuer ist, lohnt sich der Blick ins Umland. In Stuhr, Weyhe, Achim, Lilienthal oder Oyten liegen die Quadratmeterpreise oft 30 bis 50 Prozent unter den Bremer Spitzenlagen. Niedersachsen erhebt zudem nur 5,0 Prozent Grunderwerbsteuer, einen halben Prozentpunkt unter Bremen.

Was Sie dabei aber ebenfalls einplanen sollten: längere Wege zur Arbeit, Schule und Versorgung. Wer beruflich täglich in die Innenstadt pendelt, sollte die Mehrkosten für Sprit oder ÖPNV in seine Rechnung einbeziehen.

Einfach. Sicher.
Finanzieren.

Nehmen Sie gerne jederzeit und unverbindlich Kontakt mit uns auf. Wir sind Ihre Immobilienfinanzierer aus Bremen und unterstützen Sie bei allen Fragen rund um die Finanzierung Ihrer Immobilie.

Zwei Frauen im Gespräch vor einem Geschäft in der Stadt.

Wenn der Bremer Untergrund zur Kostenfalle wird

Ein Grundstück sieht auf den ersten Blick überall ungefähr gleich aus: eine ebene Fläche, vielleicht ein bisschen Gras. Was darunter liegt, kann den Hausbau aber um zehntausende Euro verteuern, ohne dass Sie davon vor dem Kauf etwas mitbekommen.

Das hat mit Bremens Geologie zu tun. Große Teile der Stadt stehen auf Marschland oder ehemaligen Flussniederungen, also auf weichem, wasserreichem Boden. Besonders deutlich zeigt sich das in Habenhausen, Hemelingen, Teilen Bremen-Nords entlang der Lesum und im Blockland. Auf solchen Böden trägt eine herkömmliche Fundamentierung das Gewicht eines Hauses oft nicht zuverlässig.

Was dann nötig wird, hängt vom Befund ab. Meist kommt eine Pfahlgründung in Frage, bei der das Haus auf tief eingebrachten Pfählen aufsitzt. Oder eine wasserdichte Wanne, die den Keller vor drückendem Grundwasser schützt. Beides kostet schnell mehrere zehntausend Euro. Das reicht oft aus, um den Vorteil eines Kellers komplett aufzufressen oder das gesamte Budget durcheinanderzubringen.

Kaufnebenkosten beim Grundstück in Bremen

Auf den Kaufpreis kommen weitere Posten obendrauf, die viele Bauherren in ihrer ersten Kalkulation unterschätzen:

  • Grunderwerbsteuer: 5,5 Prozent (seit 1. Juli 2025, vorher 5,0 Prozent)
  • Notar und Grundbuch: zusammen 1,5 bis 2 Prozent
  • Maklerprovision (sofern ein Makler vermittelt): meist 5,95 bis 7,14 Prozent insgesamt, hälftig zwischen Käufer und Verkäufer

Bei einem Grundstück für 250.000 Euro heißt das in etwa: 13.750 Euro Grunderwerbsteuer, rund 4.000 bis 5.000 Euro für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls 7.500 bis 9.000 Euro Maklerprovision auf Käuferseite. In Summe also schnell 8 bis 10 Prozent Nebenkosten zusätzlich, die in der Regel aus Eigenkapital getragen werden müssen.

Erschließung vorab prüfen

Ob ein Grundstück voll erschlossen ist, sollten Sie unbedingt vor dem Kauf klären. Voll erschlossen bedeutet: Strom, Wasser, Abwasser, Gas und Telekommunikation liegen an der Grundstücksgrenze, die Erschließungsbeiträge sind gezahlt.

Bei teilerschlossenen Grundstücken können nachträglich mehrere tausend bis zwanzigtausend Euro fällig werden. Lassen Sie sich vom Verkäufer schriftlich bestätigen, was bereits gezahlt wurde, um auf der sicheren Seite zu sein.

Baunebenkosten und die versteckten 50.000 Euro

Die reinen Baukosten sind nur ein Teil der Wahrheit. Damit aus dem Rohbau wirklich ein bewohnbares Haus wird, kommen die sogenannten Baunebenkosten dazu. Also alles, was zwar nicht direkt am Gebäude verbaut wird, ohne das aber kein Bau funktioniert. Dazu gehören in der Regel:

  • Honorar für Architekt und Statiker
  • Bauantrag und Genehmigungsgebühren bei der Stadt
  • Vermessung des Grundstücks und Bodengutachten
  • Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Gas und Internet
  • Bauversicherungen während der Bauphase

Als Faustregel sollten Sie 15 bis 20 Prozent der reinen Baukosten zusätzlich für diese Posten einplanen. Bei einem Hausbau für 350.000 Euro sind das also schnell 50.000 bis 70.000 Euro.

Außenanlagen nicht vergessen

Auffahrt, Garage oder Carport, Terrasse, Garten und Zaun werden in vielen Kalkulationen schlicht übersehen oder zu niedrig angesetzt. Realistisch sind hier 20.000 bis 40.000 Euro, je nachdem, wie groß und aufwendig das Grundstück gestaltet werden soll.

Stellplatzregelung in Bremen verstehen

Bremen hat seit dem 1. Oktober 2022 ein neues Regelwerk: Das Mobilitäts-Bau-Ortsgesetz (MobBauOG HB) hat das frühere Stellplatzortsgesetz abgelöst. Für Bauherren bedeutet das: Wer auf dem eigenen Grundstück nicht ausreichend Stellplätze nachweisen kann, muss eine Ablöse an die Stadt zahlen oder alternativ Maßnahmen aus dem sogenannten Mobilitätsmanagement umsetzen, etwa Carsharing-Stellplätze, Lastenrad-Angebote oder ÖPNV-Tickets.

Bremen ist dabei in drei Gebietszonen unterteilt. Je nach Lage des Grundstücks fällt der Anteil der Stellplätze, der zwingend durch Mobilitätsmanagement ersetzt werden muss, unterschiedlich hoch aus. In zentralen Stadtteilen wie der Östlichen Vorstadt, Findorff oder Walle gelten strengere Vorgaben als in Außenlagen wie Borgfeld oder Bremen-Nord. Wie viele Stellplätze konkret gefordert werden, hängt zusätzlich vom jeweiligen Bebauungsplan ab.

Bevor Sie also mit der Planung Ihres Hauses beginnen, sollten Sie sich den aktuellen Bebauungsplan bei der zuständigen Baubehörde erläutern lassen.

Eine Bauvoranfrage ist zusätzlich sinnvoll, weil Sie damit schon vor dem Grundstückskauf Klarheit bekommen, ob und in welcher Form Ihr Bauvorhaben überhaupt genehmigungsfähig ist. Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung stellt online weiterführende Informationen zum Baugenehmigungsverfahren bereit.

Sie planen aktuell einen Hausbau in Bremen?
Bei Schichtel Finanzen begleiten wir Sie durch genau diese Fragen. Unsere Finanzierungsexpertin Kathleen Molnar-Sipan bringt 23 Jahre Bankerfahrung mit und kennt die Bremer Besonderheiten aus erster Hand. Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich. Jetzt Termin anfragen

Was die Solarpflicht für Neubauten in Bremen bedeutet

Seit dem 1. Juli 2025 gilt in Bremen die Solarpflicht für Neubauten. Die Pflicht greift für alle Anträge auf Baugenehmigung ab diesem Stichtag. Bauherren sind seitdem gesetzlich verpflichtet, eine Photovoltaikanlage zu installieren, die mindestens 50 Prozent der Dachfläche bedeckt.

Die Pflicht greift erst bei Gebäuden mit einer Dachfläche von mehr als 50 Quadratmetern. Kleinere Anbauten oder Garagen sind ausgenommen.

Wenn das Dach selbst nicht geeignet ist, lässt sich die Anlage in bestimmten Fällen auch auf einer anderen passenden Fläche im räumlichen Zusammenhang errichten, zum Beispiel auf einem Carport oder einer Garage. Wer zusätzlich eine Solarthermieanlage für die Warmwasserbereitung installiert, kann sich diese Fläche teilweise auf die geforderte Modulfläche anrechnen lassen.

Die Mehrinvestition für eine Standard-PV-Anlage liegt bei 10.000 bis 20.000 Euro, abhängig von Anlagengröße und der Frage, ob Sie zusätzlich einen Stromspeicher einbauen möchten. Über die Jahre amortisiert sich das in den meisten Fällen durch die eingesparten Stromkosten und gegebenenfalls durch die Einspeisevergütung.

Bereitstellungszinsen: Der unterschätzte Posten in der Baufinanzierung

Die Bereitstellungszinsen sind ein Kostenpunkt, den viele Bauherren bei ihrer Kalkulation gerne übersehen. Bei der Finanzierung können sie aber einen echten Unterschied machen.

Wenn Sie ein Baudarlehen abschließen, bekommen Sie das Geld nicht auf einen Schlag. Die Bank zahlt es in mehreren Raten aus, immer dann, wenn ein Bauabschnitt fertig ist. Solange das vereinbarte Geld also noch bei der Bank liegt und auf den Abruf wartet, fallen für diesen ungenutzten Teil des Darlehens Bereitstellungszinsen an. Üblich sind etwa 2,5 bis 3,5 Prozent pro Jahr auf den noch nicht abgerufenen Betrag, je nach Bank und Konditionen.

Was das in der Praxis bedeutet: Wenn sich der Bau verzögert, und das passiert bei Neubauten regelmäßig, zahlen Sie diese Zinsen über mehrere Monate. Bei einem Darlehen über 400.000 Euro können sich daraus schnell mehrere tausend Euro Zusatzkosten ergeben, mit denen niemand kalkuliert hatte.

Wie sich Bereitstellungszinsen verhandeln lassen und welche Banken besonders lange zinsfreie Zeiträume anbieten, gehört zu den Themen, die wir in der Finanzierungsberatung mit Ihnen im Detail durchgehen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Baufinanzierung in Bremen.

Welche Förderungen gibt es für Bauherren in Bremen?

Förderungen sind einer der größten Hebel, um die Finanzierung spürbar zu verbessern. Gleichzeitig sind sie der Bereich, in dem viele Bauherren bares Geld liegen lassen, weil sie die Programme entweder nicht kennen oder falsch beantragen. Für Bauherren in Bremen kommen aktuell vor allem diese Quellen in Frage:

KfW-Programme „Klimafreundlicher Neubau“ (297/298)

Wer ein energieeffizientes Wohngebäude neu errichtet, kann zinsverbilligte Kredite über die KfW erhalten. Die KfW 297 (Eigennutzung) und KfW 298 (Vermietung/Ersterwerb) bieten bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit für ein Effizienzhaus 40 ohne QNG-Siegel und bis zu 150.000 Euro mit QNG-Siegel. Seit Ende 2025 ist zusätzlich die Förderstufe „Effizienzhaus 55″ verfügbar, allerdings befristet und mit begrenzten Mitteln.

KfW-Programm „Wohneigentum für Familien“ (300)

Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind und einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 90.000 Euro bei einem Kind (plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind) können dieses Programm nutzen. Die Kreditsumme liegt bei bis zu 220.000 Euro pro Wohneinheit, mit QNG-Zertifikat sogar bis zu 270.000 Euro. Wichtig: Voraussetzung ist ein klimafreundlicher Neubau im Effizienzhaus-40-Standard.

Bremer Aufbau-Bank (BAB)

Die Bremer Aufbau-Bank als Förderbank des Landes bietet vor allem Programme für energetische Modernisierung, Photovoltaik, Einbruchschutz oder Barrierefreiheit. Den ergänzenden Eigenheimzuschuss für Familien (15.000 Euro) hat die BAB zwar aufgelegt, das Programm ist aktuell ausgeschöpft und kann nicht mehr beantragt werden. Es lohnt sich trotzdem, regelmäßig zu prüfen, ob ein neues Programm aufgelegt wird.

BAFA und KfW-Einzelförderungen

Beim klassischen Neubau spielen BAFA und KfW-Einzelförderungen eine untergeordnete Rolle. Wichtiger werden sie bei Sanierung oder Modernisierung. Die Heizungsförderung über die BEG läuft seit 2024 über die KfW (Programm 458), das BAFA ist für andere Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Anlagentechnik zuständig.

Welche Programme zu Ihrer persönlichen Situation passen, hängt von mehreren Faktoren ab: Einkommen, Familiengröße, gewünschter Energiestandard und der konkrete Zeitpunkt der Antragstellung. Eine Übersicht der aktuellen Konditionen finden Sie direkt bei der KfW und der Bremer Aufbau-Bank.

Wir prüfen im Erstgespräch kostenfrei für Sie, welche Förderungen in Ihrem Fall sinnvoll sind, und integrieren sie direkt in die Finanzierungsstruktur. Eine ausführliche Übersicht zu den aktuellen Programmen finden Sie in unserem Förder-Beitrag für Bremen.

Beispielrechnung für eine Bremer Familie

Infografik: Eine Beispielhafte Kostenaufstellung bei einem Hausbau in Bremen. Diese Kosten fallen neben Baukosten zusätzlich an. Gesamtkosten für einen Neubau aufgeschlüsselt.

Reine Baukosten sind nur die halbe Wahrheit: Über 400.000 Euro stecken in Grundstück, Nebenkosten und Reserve.

Damit die vielen Zahlen am Ende auch greifbar werden, hier eine Modellrechnung für ein realistisches Bauvorhaben. Familie Müller mit zwei Kindern entscheidet sich für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche, gebaut als Massivhaus ohne Keller, auf einem Grundstück von 500 Quadratmetern in Findorff.

Die Gesamtkosten landen bei rund 766.000 Euro, wovon die reinen Baukosten nur 45,7 Prozent ausmachen. Der größere Teil des Budgets verteilt sich auf Grundstück, Nebenkosten, Reserve und kleinere Posten, die in den meisten Erstkalkulationen schlicht fehlen.

Im Detail sieht die Rechnung so aus:

PostenBetrag
Grundstück, 500 m² zu 420 €/m²210.000 €
Grunderwerbsteuer (5,5 %) auf das Grundstück11.550 €
Notar und Grundbuch4.500 €
Reine Baukosten, 140 m² zu 2.500 €/m²350.000 €
Baunebenkosten (rund 17 %)60.000 €
Photovoltaik-Anlage (Solarpflicht)15.000 €
Außenanlagen30.000 €
Bereitstellungszinsen und Pufferposten15.000 €
Zwischensummerund 696.000 €
Reserve 10 %rund 70.000 €
Gesamtbudgetrund 766.000 €

Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Ausführung, Ausstattung und individueller Situation. Die Modellrechnung ist also keine Vorhersage, sondern eine Orientierung. Was sie aber sehr deutlich zeigt: Zwischen den reinen Baukosten und dem Gesamtbudget liegen im Beispiel von Familie Müller rund 415.000 Euro, also mehr, als die meisten Bauherren in ihrer ersten Kalkulation überhaupt auf dem Schirm haben.

Häufige Fragen zum Hausbau in Bremen

Was kostet ein Hausbau in Bremen aktuell?

Realistisch liegen die Gesamtkosten 2026 zwischen 400.000 und 650.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche. Reine Baukosten machen davon etwa die Hälfte aus, der Rest verteilt sich auf Grundstück, Nebenkosten, Außenanlagen, Reserve und Finanzierung.

Kann man für 300.000 Euro ein Haus bauen?

In der Region Bremen nur in Ausnahmefällen. Möglich ist das bei einem sehr kleinen Reihenhaus auf einem günstigen Grundstück oder einem Ausbauhaus mit viel Eigenleistung. Für einen klassischen Neubau eines freistehenden Einfamilienhauses sind 300.000 Euro deutlich zu wenig.

Was kostet ein 150 m² Massivhaus?

Die reinen Baukosten für ein 150-Quadratmeter-Massivhaus liegen 2026 zwischen 360.000 und 450.000 Euro. Inklusive Grundstück, Nebenkosten und Außenanlagen kommen Sie auf 500.000 bis 650.000 Euro Gesamtkosten.

Wie viel Eigenkapital benötige ich für einen Hausbau?

Als Faustregel sollten Sie mindestens die Erwerbsnebenkosten (rund 8 bis 10 Prozent vom Kaufpreis) aus eigener Tasche stemmen. Ideal sind 20 bis 30 Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten. Auch mit weniger ist eine Finanzierung möglich, das besprechen wir individuell.

Lohnt sich Bauen im Bremer Umland gegenüber Bremen?

Häufig ja. Die Grundstückspreise in Stuhr, Weyhe, Achim, Lilienthal oder Oyten liegen oft 30 bis 50 Prozent unter den Bremer Spitzenlagen. Niedersachsen hat mit 5,0 Prozent zudem einen halben Prozentpunkt weniger Grunderwerbsteuer. Einplanen sollten Sie längere Wege zur Arbeit, Schule und Versorgung.

Wie finanziere ich einen Hausbau in Bremen?

Ein Hausbau wird in der Regel über ein Annuitätendarlehen finanziert, oft kombiniert mit KfW-Förderkrediten und Programmen der Bremer Aufbau-Bank. Wir vergleichen für Sie über 500 Banken und integrieren passende Förderungen direkt in die Finanzierungsstruktur. Die Erstberatung ist kostenfrei. Mehr Informationen auf unserer Seite zur Baufinanzierung in Bremen.

Hausbau in Bremen sauber finanzieren: So begleiten wir Sie

Ein Hausbau ist eine der größten finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens. Bei Schichtel Finanzen begleiten wir Sie durch alle Phasen, von der ersten Budgetplanung bis zur Auszahlung der letzten Bauabschnittsrate. Mit 23 Jahren Bankerfahrung im Team, dem Vergleich von über 500 Banken und dem Wissen um die Bremer Besonderheiten finden wir die Finanzierung, die wirklich zu Ihrem Bauvorhaben passt.

Einfach. Sicher.
Finanzieren.

Nehmen Sie gerne jederzeit und unverbindlich Kontakt mit uns auf. Wir sind Ihre Immobilienfinanzierer aus Bremen und unterstützen Sie bei allen Fragen rund um die Finanzierung Ihrer Immobilie.

Zwei Frauen im Gespräch vor einem Geschäft in der Stadt.
Kathleen Molnar-Sipan

Kathleen Molnar-Sipan bringt als gelernte Bankfachwirtin ihre langjährige Erfahrung in der Finanzbranche mit viel Engagement in das Team von Schichtel & Partner ein. Die gebürtige Thüringerin kann auf 23 erfolgreiche Jahre bei einer ortsansässigen Volksbank zurückblicken, bevor sie sich beruflich neu orientierte. Kathleen leitet die Schichtel & Partner Finanzen als Finanzierungsberaterin. Ihr Fachgebiet umfasst die Begleitung von Eigenheimsuchenden und Investoren mit besonderem Fokus auf Kapitalanlagen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar